
Straßburg, 10.10.2011 – Die Europäische Union und der Europarat bekräftigen ihre gemeinsame Ablehnung der Todesstrafe sowie ihren Einsatz für deren weltweite Abschaffung.
Nach unserer Auffassung ist die Todesstrafe unmenschlich und eine Verletzung der Menschenwürde. Die Erfahrung in Europa hat uns gelehrt, dass die Todesstrafe weder die Zunahme von Gewaltverbrechen verhindert, noch Gerechtigkeit für die Opfer schafft. Jedes Todesurteil, das aufgrund eines Justizirrtums - vor dem kein Rechtssystem gefeit ist - vollstreckt wurde, bedeutet den unwiderruflichen Verlust eines Menschenlebens.
Seit 1997 wurde auf dem Gebiet unserer Mitgliedsstaaten(*) keine Hinrichtung vollzogen.
Wir verurteilen weiterhin die Anwendung der Todesstrafe in Weißrussland, das als einziges Land in Europa diese Strafe noch vollstreckt. Wir fordern Weißrussland nachdrücklich auf, ein Moratorium für die Todesstrafe einzuführen, mit Blick auf deren vollständige Abschaffung.