
Straßburg, 22.11.2012 - Die Situation der Roma war in den letzten Jahren Gegenstand vieler Diskussionen in Europa. Allerdings wurde die Aufmerksamkeit für die Situation der am stärksten diskriminierten Minderheit in Europa selten von konkreten Maßnahmen seitens der Regierungen begleitet. Viele europäische Länder greifen angesichts dieser dringenden Menschenrechtsfrage nach wie vor zu oft auf die alten Methoden zurück, wie die zunehmende Vertreibung von Tausenden von Roma in ganz Europa zeigt, so Nils Muižnieks, Menschenrechtskommissar des Europarates, in seinem neuesten Menschenrechtskommentar, der heute veröffentlicht wurde.
Rund 5 000 Roma wurden in Frankreich zwischen Juli und September 2012 aus ihren Siedlungen vertrieben. Obwohl ein im August veröffentlichtes interministerielles Rundschreiben die Behörden dazu auffordert, den Vertriebenen geeignete Unterbringungsmöglichkeiten anzubieten, erhalten diese meist keine Hilfe und enden nicht selten als Obdachlose in Paris, Marseille und anderen großen französischen Städten. (weiter...)
Siehe auch: Roma-Rechte Realität werden lassen