Commissioner Roma hate speech

Menschenrechtskommissar
28/06/2011
Thomas Hammarberg
Thomas Hammarberg

Während der Kampagne zu den letzten Kommunalwahlen in Mailand warnten Plakate vor der Gefahr, dass die Stadt in eine "Zigeunerstadt" verwandelt werden könnte. Obwohl damit Fremdenfeindlichkeit in extremer Form an den Tag gelegt wurde, sind Roma-feindliche Kommentare von Politikern in einigen Ländern Europas alltäglich, schreibt Kommissar Hammarberg in seinem heute veröffentlichten aktuellen Menschenrechtskommentar. Solange dies nicht aufhört, kann nicht erwartet werden, dass jegliche Anstrengungen für die Integration der Roma in die Gesellschaft Früchte tragen - stattdessen werden Diskriminierung und Gewalt weiterhin Teil des alltäglichen Lebens vieler Roma sein.

Politiker tragen eine spezielle Verantwortung bei der Bekämpfung von Diskriminierung und dafür, Verbindungen zwischen den verschiedenen Teilen der Gesellschaft zu schaffen, betont der Kommissar. Sie sollten stigmatisierende Reden gegen Roma vermeiden und uralte Vorurteile gegen diese Minderheit nicht weiter schüren. Ein bedauerliches Beispiel hierfür war die Ausweisung von Roma EU-Bürgern im vergangenen Sommer in Frankreich. Sie wurde von weitreichenden Verallgemeinerungen über Roma und Fahrende, insbesondere ihre Beteiligung bei Verbrechen betreffend, begleitet, die von hochrangigen Amtspersonen geäußert wurden. (Weiter...)