
Straßburg, 29.03. 2012 – Die fehlende Reaktion auf die Notrufe und ein „Vakuum bei der Verantwortung“ bei der Suche und Rettung sind laut eines Ausschusses der Parlamentarischen Versammlung de Europarates (PACE) Teil des „Katalogs von Unzulänglichkeiten“, der zum Tod von 63 Menschen führte, die auf einer tragischen 15-tägigen Reise im März 2011 auf dem Seeweg vor dem Konflikt in Libyen geflüchtet sind.
Aus einem Bericht von Tineke Strik (Niederlande, SOC), der diesen Vormittag vom PACE-Ausschuss für Migration, Flüchtlinge und Vertriebene in Brüssel verabschiedet wurde, geht hervor, dass italienische Such- und Rettungsbehörden, die NATO und die Flaggenstaaten der Schiffe in diesem Gebiet, die libyschen Behörden und rücksichtslose Schmuggler gemeinsam die Verantwortung tragen.
Das Boot, das Tripolis eine Woche nach Beginn der internationalen Luftangriffe auf Libyen mit 72 Menschen an Bord verlassen hatte, wurde 15 Tage später mit nur neun Überlebenden an die libysche Küste gespült, obwohl regelmäßig Notrufe mit seiner zuletzt bekannten Position an alle Schiffe in der Region gesendet worden waren. (weiter...)
Vollständiger Bericht – vorläufige Version (PDF)
Graphik: Karte mit einer Rekonstruktion der Reise und weitere Anhänge
Dossier "Boat people”
Video der Pressekonferenz