PACE Lampedusa 2013

Parlamentarische Versammlung
07/10/2013
Lampedusa: Berichterstatterin der Versammlung fordert Untersuchung der Anschuldigungen über unterlassene Hilfe für Menschen in Seenot
Parlamentarische Versammlung

Straßburg, 04.10.2013 – Tineke Strik (Niederlande, SOC), Berichterstatterin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) zum Thema „Tod im Mittelmeer“, hat heute eine Untersuchung der Anschuldigungen gefordert, wonach Fischerboote und andere Schiffe den Ertrinkenden vor der Insel Lampedusa nicht zu Hilfe gekommen seien.
 

„Ich bin über diese erneute Tragödie im Mittelmeer zutiefst erschüttert. Die Zahl der bestätigten Todesopfer, die nur dieser einzelne Zwischenfall gefordert hat, beträgt bereits 111, könnte aber bis auf 300 steigen. Bei der Untersuchung des Unglücks eines Flüchtlingsbootes im letzten Jahr, durch das 63 Migranten den Tod fanden, stellte ich einen Katalog von Unzulänglichkeiten fest. Deshalb bin ich zutiefst betroffen, dass Berichten zufolge mehrere Schiffe Hilferufe des in Seenot befindlichen Bootes missachtet haben könnten. Ich bin mir der Kritik bewusst, wonach in Italien gewisse gesetzliche Bestimmungen die Kapitäne davon abhalten, in Seenot befindlichen Flüchtlingen zu Hilfe zu kommen. Allerdings darf keine Rechtsvorschrift ein Hindernis sein, Menschen zu retten, deren Leben auf hoher See in Gefahr ist.“


Die Berichterstatterin kündigte an, dass sie die Anschuldigungen im Zuge des Follow-ups ihres Berichts „Tod im Mittelmeer“ genauer überprüfen werde. (weiter...)

 

Reaktion des Präsidenten der Versammlung auf die Tragödie vor Lampedusa

Ausschuss der Versammlung: Italien schlecht auf ansteigende Migrationsströme vorbereitet