28. Europäische Konferenz der Minister für Familienfragen „Veränderungen in der Kindererziehung: Kinder heute, Eltern morgen“
Lissabon, 16.-17. Mai 2006

Mitteilung von Maud de Boer-Buquicchio, Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates

Die Minister für Familienfragen der Mitgliedsstaaten des Europarates treffen sich seit 1959 regelmäßig. Bei ihrem 28. Treffen in Lissabon wird die Umsetzung einer nachhaltigen Familienpolitik im Zusammenhang mit neuen Familienformen stehen.

Das Verständnis von Familie hat sich im Laufe der Zeit verändert, aber dennoch bleibt die Familie das Kernstück unserer Gesellschaften. Familienpolitik sollte daher unterstützen und Familien und Kinder als aktive Teilnehmer in den Entscheidungen sehen, die ihr Leben und ihre Rollen betreffen.

Bei dem Gipfel letztes Jahr haben die Staats- und Regierungschefs ihrer Entschlossenheit Ausdruck verliehen, die Rechte der Kinder zu fördern und die Verpflichtungen der UN-Kinderrechtskonvention einzuhalten. Als Teil ihres Aktionsplans wurde das Programm „Ein Europa von Kindern für Kinder“ ins Leben gerufen. Im Mittelpunkt dieses Programms steht die Förderung der Rechte der Kinder insbesondere das Recht vor jeglicher Form von Gewalt geschützt zu werden. Schutz sollte universell, allen Kindern von Nutzen und in allen Bereichen anwendbar sein - auch innerhalb der Familie.

Die Beseitigung von Gewalt innerhalb der Familie erfordert einen klaren rechtlichen Rahmen sowie Sensibilisierungskampagnen, Informationsvermittlung, Ausbildung relevanter Interessenvertreter und das Angebot von Gelegenheiten zur sinnvollen Interaktion zwischen den beiden Hauptzielen und –akteuren: Kindern und Eltern.

Rechte und Pflichten innerhalb der Familie finden sich in einer Reihe von Instrumenten des Europarates wieder. Unsere Organisation arbeitet zurzeit an Leitlinien für eine positive Kindererziehung. Diese Leitlinien sollen den Eltern und für Kinder Verantwortlichen eine Hilfe sein, Kinder fürsorglich und entschieden zu erziehen - und zwar ohne Gewalt.

Die notwendigen Maßnahmen zur Unterstützung auszumachen und gleichzeitig die Privatsphäre der Familie unberührt zu lassen, erfordert die Einbeziehung verschiedener Akteure, darunter die Regierung, den privaten Sektor, die Zivilgesellschaft und natürlich Eltern und Kinder.

Die Familie in all ihren Formen muss eine Einheit sein, die von Dauer ist und eine wichtige soziale Funktion hat. Der Europarat wird diesem sich entwickelnden Begriff der Familien folgen, um sicherzustellen, dass die Familie auch weiterhin eine nützliche Rolle im Aufbau eines stabilen und geschlossenen Europa spielt.