Ziel der Dialoge

Die 2009 gemeinsam von der Stadt Straßburg und dem Europarat ins Leben gerufenen „Straßburger Dialoge“ haben das Ziel, die Bürger Straßburgs an Diskussionen über Themen zu beteiligen, die für ihre Zukunft als Europäer von entscheidender Bedeutung sind. Die regelmäßig stattfindenden Dialoge tragen dazu bei, das „Europa der Bürger“ zu stärken und das Europa Straßburgs weiter zu entwickeln.

„Migranten: Europa kann es besser“

mit Nils Muižnieks
Menschenrechtskommissar des Europarates

Seit vielen Jahren wurden die europäischen Länder gewarnt, dass ihre Asyl- und Einwanderungssysteme ungeeignet sind. Heute zeigt dieses System im Zuge des zunehmenden Flüchtlingsstroms und der immer häufigeren Tragödien all seine Schwachstellen. Doch die Ankunft der Flüchtlinge ist nicht der wirkliche Grund für diesen Zusammenbruch. Der tatsächliche Grund ist politischer Art.

Die Staaten, die weniger Europa verlangen, obwohl es in Wirklichkeit mehr bräuchte. Um das Europa der Solidarität und der Menschenrechte zu retten, müssen wir dessen Migrationskonzept im Lichte der Europäischen Menschenrechtskonvention überdenken.

Zuallererst muss die Dublin-Verordnung der Europäischen Union grundlegend überprüft werden und ein System geschaffen werden, in dem die Länder die Asylsuchenden auf gerechte Weise untereinander aufteilen.

Darüber hinaus müssen die europäischen Länder mehr legale Möglichkeiten vorsehen, damit die Flüchtlinge auf unseren Kontinent gelangen können, beispielsweise indem Visaerteilungen aus humanitären Gründen erleichtert und die Regelungen zur Familienzusammenführung gelockert werden.

Der Schutz von Flüchtlingen ist sowohl eine moralische als auch eine rechtliche Verpflichtung. Das ist keine leichte Aufgabe, doch sie ist auch nicht unmöglich. Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, um diejenigen zu schützen, die vor Krieg und Verfolgung flüchten.

Die elfte Auflage der Straßburger Dialoge findet am Dienstag, den 13. Oktober 2015 von 18.30 bis 20 Uhr im Hochzeitssaal des Straßburger Rathauses (Eingang Rue Brûlée 9) statt.

Die Konferenz wird von Gabriella Battaini-Dragoni, Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, und Nawel Rafik-Elmrini, Stellvertretende Bürgermeisterin von Straßburg, eröffnet und von Anja Vogel, Journalistin für aktuelle europäische Politik bei Radio France, moderiert.

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