Hindernisse überwinden: eine integrative und barrierefreie Gesellschaft

Jeder zehnte Europäer leidet an einer mehr oder weniger schweren Behinderung und langsam setzt sich das Bewusstsein durch, dass sich die Gesellschaft den Menschen mit Behinderungen anpassen muss und nicht umgekehrt. Wie andere Menschen auch haben Menschen mit Behinderungen ein Recht auf ein erfülltes Leben und eigenständige Entscheidungen.

Die Politik für Menschen mit Behinderungen beschränkt sich oft auf finanzielle oder materielle Unterstützung, während der Schwerpunkt eigentlich auf der vollständigen Integration in die Gesellschaft liegen sollte.

Im April 2006 hat der Europarat einen Aktionsplan 2006 – 2015 für Menschen mit Behinderungen verabschiedet. Er enthält 15 Maßnahmen, darunter die Beteiligung am politischen, öffentlichen und kulturellen Leben, Bildung, Informationen und Kommunikation, Beschäftigung, Zugang zu Gebäuden und Transportmitteln. Er macht außerdem auf die Bedürfnisse von Frauen und Kindern mit Behinderungen aufmerksam sowie auf Schwerstbehinderte, die besonderer Unterstützung bedürfen.

Das Internet hat ein großes Potenzial zur Verbesserung der sozialen Eingliederung von Menschen mit Behinderungen (Telearbeit, E-Demokratie, Zugang zu Wissen und Informationen). Der Frage der Zugänglichkeit muss jedoch besondere Bedeutung beigemessen werden.

Ausgabe 2015 Ausgabe 2015

Stärkung der Menschenrechte von Menschen mit Behinderung: Ziele, Ergebnisse und künftige Aufgaben – Dublin (Irland), 5. und 6. November 2015

Die Konferenz findet am 5. und 6. November 2015 in Dublin (Irland) statt. Dabei soll die Umsetzung des Aktionsplans des Europarates für Menschen mit Behinderung (2006–2015) analysiert werden.

Ziel der Konferenz in Dublin ist:
• eine Bilanz der Umsetzung des Aktionsplans des Europarates für Menschen mit Behinderung zu ziehen, darunter die Auswirkungen auf die politischen und rechtlichen Entwicklungen;
• die im Zuge der Umsetzung des Aktionsplans identifizierten bewährten Praktiken zu präsentieren;
• die bei seiner Umsetzung beobachteten Schwierigkeiten zu präsentieren;
• die Prioritäten und Aktionsschwerpunkte der künftigen Strategie des Europarates für Menschen mit Behinderung (vierjährigen Rahmen ab 2016) festzulegen. Im Mittelpunkt steht dabei die Umsetzung der Normen des Europarates und anderer internationaler Normen, insbesondere jene des UN-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen;
• Partnerschaften und Kontaktnetze der verschiedenen Akteure zu fördern, darunter Behördenvertreter, einschlägige Agenturen und Institutionen, die Menschen mit Behinderung selbst, die Zivilgesellschaft sowie regionale und internationale Organisationen (insbesondere die UNO).

Ausgabe 2014 Ausgabe 2014

Internationales Symposium: Menschenrechte und Behinderung
10. – 11. April 2014, Wien (Österreich)

Im Rahmen des österreichischen Vorsitzes im Ministerkomitee des Europarates veranstaltet das österreichische Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz gemeinsam mit dem Europarat ein Symposium zum Thema „Menschenrechte und Behinderung". Das Symposium findet am 10. und 11. April in Wien (Hofburg, Josefsplatz 3) statt.

Ziel des Symposiums ist es, politische Perspektiven und Rechtsinstrumente im Bereich der Menschenrechte des Europarates und der Vereinten Nationen darzustellen und ihre Bedeutung für Menschen mit Behinderung aufzuzeigen. Die Gespräche befassen sich mit der gesellschaftlichen Teilhabe, insbesondere im Hinblick auf Beschäftigung und Politik.

Um einen umfassenden Meinungsaustausch zu ermöglichen, haben die Organisatoren Vertreter aus 47 Mitgliedsstaaten des Europarates und internationalen Organisationen, der Wissenschaft, sowie Parlamentsmitglieder, Juristen, Ombudspersonen und Vertreter der Zivilgesellschaft eingeladen.

Ausgabe 2013 Ausgabe 2013

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen 2013

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen hat der Generalsekretär des Europarates Thorbjørn Jagland die Mitgliedsstaaten aufgefordert, rasch einen Umgang mit Menschen mit Behinderungen zu finden, der mehr auf den Menschenrechten aufbaut denn auf rein medizinischen Gesichtspunkten.

„Etwa 15 % der europäischen Bevölkerung leiden an einer Form von Behinderung. In manchen Mitgliedsstaaten werden Menschen mit Behinderungen immer noch gegen ihren Willen in Krankenanstalten eingewiesen. Einigen wird das aktive Wahlrecht vorenthalten. Andere werden aus der Gesellschaft ausgeschlossen und müssen Sonderschulen besuchen. Diejenigen, die Arbeit finden, werden oft in geschützten Werkstätten ohne jeglichen Schutz durch das nationale Arbeitsrecht beschäftigt.

Die europäischen Gesellschaften und die Behörden der Mitgliedsstaaten müssen das Recht der Europäer auf eine volle gesellschaftliche Teilhabe wahren und sollten eine aktive Staatsbürgerschaft und Einbindung vom Kindesalter an fördern.

Ich erwarte, dass alle Mitgliedsstaaten die Lage der Menschen mit Behinderungen vor dem Hintergrund der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN CRPD) sowie des Aktionsplans des Europarates 2006 – 2015 für Menschen mit Behinderungen aufmerksam untersuchen und eng mit dem Europarat zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass alle Europäer in vollem Ausmaß ihre Menschenrechte wahrnehmen können", erklärte der Generalsekretär.

Siehe auch:

Ausgabe 2012 Ausgabe 2012

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung 2012

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. September hat der Generalsekretär des Europarates Thorbjørn Jagland die Regierungen aufgerufen, mittels der Standards des Europarates den Schutz und die Stärkung der Rolle von Millionen von Menschen, die von Behinderung betroffen sind, zu gewährleisten.

„Das diesjährige Thema lautet, Barrieren zu beseitigen, um eine integrative und allen zugängliche Gesellschaft zu schaffen. Dies soll uns auch daran erinnern, wie viel noch getan werden muss, damit Menschen mit Behinderung ein unabhängiges und aktives Leben führen können. Damit sind nicht nur physische Barrieren gemeint, etwa bei der behindertengerechten Gestaltung des öffentlichen Raums oder beim Zugang zu Verkehrsmitteln; es geht auch um die Bekämpfung von Vorurteilen, Stigmatisierung, Zurückweisung und Ausgrenzung.

Den Regierungen stehen bereits wirksame Mittel zur Bekämpfung dieser Barrieren zur Verfügung, etwa die revidierte Sozialcharta des Europarates und die Empfehlung über Universelles Design aus dem Jahr 2009. Unser Aktionsplan 2006-2015 für Menschen mit Behinderung enthält spezifische Maßnahmen, wie die Regierungen bestehende Barrieren beseitigen und das Entstehen neuer Hindernisse verhindern können.

Diese Arbeit ist nicht nur von zentraler Bedeutung für die 15 % der Menschen auf der ganzen Welt, die Schätzungen zufolge unter Behinderungen leiden, sondern auch für deren Familien und Freundeskreis sowie für die Gesellschaft im weiteren Sinn. Es ist nun also an der Zeit, etwas zu bewegen und aus der größten Minderheit der Welt einen vollwertigen Teil der Gesellschaft zu machen.“

Wussten Sie, ... Wussten Sie, ...

... dass der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen jedes Jahr am 3. Dezember begangen wird?

Damien Tatic

Strassburg, 26. Juni 2013 - Damian Tatić (Serbien), UN-Konsulent und einer der führenden europäischen Experten im Bereich der Behindertenrechte