2013 Ausgabe

  • Gemeinsame Erklärung Europarat / EU

Straßburg, 09.10.2013 – Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjørn Jagland, und die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, haben anlässlich des 7. Europäischen Tages gegen die Todesstrafe (10. Oktober) eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht.

In der Erklärung bekräftigen Generalsekretär Jagland und die Hohe Vertreterin Ashton erneut ihre nachdrückliche Ablehnung der Anwendung der Todesstrafe, indem sie ihre Unmenschlichkeit und Grausamkeit sowie gleichzeitig ihren geringen Abschreckungseffekt unterstreichen.

Trotz der ermutigenden wachsenden Bewegung zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe stellen sie fest, dass die Wiederaufnahme von Hinrichtungen in verschiedenen Ländern und die Stimmen, die sich – auch in Europa – für die Todesstrafe aussprechen, deutlich machen, dass Erklärungen, warum sie dem Recht auf Leben und der Menschenwürde zuwiderläuft, weiterhin unbedingt erforderlich sind.

Sie begrüßen die jüngsten wichtigen Schritte zur Abschaffung auf internationaler Ebene, rufen alle europäischen Länder dazu auf, die Todesstrafe unter allen Umständen gesetzlich abzuschaffen, und bedauern, dass Weißrussland – als einziges europäisches Land – diese weiterhin anwendet.

Hinweise

1.       Im September 2007 erklärte das Ministerkomitee des Europarates den 10. Oktober zum „Europäischen Tag gegen die Todesstrafe". Er ist ein europäischer Beitrag zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe, der jedes Jahr am selben Tag begangen wird. Der Europäische Tag gegen die Todesstrafe wird seit 2008 von der Europäischen Union gefördert.

2.       Protokoll Nr. 6 zur Europäischen Menschenrechtskonvention verbietet die Anwendung der Todesstrafe in Friedenszeiten. Es wurde bislang von 46 der 47 Mitgliedsstaaten des Europarates ratifiziert. Die Russische Föderation, in der derzeit ein Moratorium für die Todesstrafe besteht, hat das Protokoll 1997 unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert.

3.       Protokoll Nr. 13. zur Konvention weitet das Verbot zur Anwendung der Todesstrafe unter allen Umständen aus, auch auf Kriegszeiten. Von den 47 Mitgliedsstaaten des Europarates haben nur Aserbaidschan und die Russische Föderation das Protokoll noch nicht unterzeichnet. Armenien hat es 2006 unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert. Polen hat kürzlich Rechtsvorschriften verabschiedet, die die Ratifizierung in naher Zukunft ermöglichen.

4.       Das Recht auf Leben ist in Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert. Hintergrundinformationen zur Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in dieser Frage erhalten Sie hier.

5.       Den vollständigen Text der gemeinsamen Erklärung von Thorbjørn Jagland und Catherine Ashton zum diesjährigen Europäischen und Internationalen Tag gegen die Todesstrafe finden Sie hier.

2012 edition

  • Joint Declaration by Thorbjørn Jagland, Secretary General of the Council of Europe, and Catherine Ashton, European Union High Representative for Foreign Affairs and Security Policy

Capital punishment is inhumane and unnecessary. Experience has also shown that it does not serve as a deterrent to crime. No legal system is flawless; any miscarriage of justice could lead to the tragic loss of an innocent life.

Abolition of the death penalty throughout Europe, and beyond, is an objective common to all our member states. No execution has taken place in our member states in the last fifteen years.

The European Union and the Council of Europe encourage all European States which have not yet abolished the death penalty de jure under all circumstances, to do so by ratifying the relevant protocols to the European Convention on Human Rights. (more...)

  • Declaration of the Committee of Ministers

On this 10 October 2012, European and World Day against the death penalty, and in support of the joint statement of Mr Thorbjørn Jagland, Secretary General of the Council of Europe and Ms Catherine Ashton, High Representative of the European Union for foreign affairs and security policy, the Committee of Ministers wishes to reaffirm its unequivocal opposition to the death penalty, in all places and in all circumstances.

It welcomes the fact that no more executions are carried out on the territory of the member States of the Council of Europe. It encourages countries which still apply the death penalty, including those holding observer status with the Council of Europe, to immediately apply a moratorium on executions as a first step towards abolition.

The Committee of Ministers calls on all countries in Europe and beyond to support the Resolution on a moratorium on the use of the death penalty which will be put to vote at the 67th session of the United Nations General Assembly in December 2012.

The declaration was adopted by the Committee of Ministers on 10 October 2012 at the 1152nd meeting of the Ministers' Deputies.