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Nos invités

Unsere Gäste

Zahlreiche Würdenträger aller Nationalitäten und Glaubensgemeinschaften wurden im Europarat empfangen. Diese Männer und Frauen, die an politischen, sozialen und kulturellen Projekten beteiligt sind oder waren, zeigen die Dynamik und die Werte, die die Arbeit des Europarates seit den 50er Jahren prägen.


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Helmut Kohl [1930 - ]

Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

10. Oktober 1997

quoteDer Europarat hat einen ganz wichtigen Beitrag für die europäische Integration geleistet.quote

Rede:

Bei unserem letzten Treffen in Wien vor vier Jahren zählte der Europarat erst 32 Mitglieder. Diese zwei Zahlen im Vergleich zeigen die dynamische und höchsterfreuliche Entwicklung, die wir in Europa zu verzeichnen hatten, zeigen die große Anziehungs- und Ausstrahlungskraft des Europarates, zeigen auch, wie hier diese Idee lebendig wird, nämlich die geistige und kulturelle Einheit unseres Kontinents deutlich zu machen.

Mit der frühen und konsequenten Aufnahme der mittleren und osteuropäischen Reformländer hat gerade der Europarat einen ganz wichtigen Beitrag für das Zusammengehen für die europäische Integration geleistet.

Meine Damen und Herren, bei unserem ersten Gipfeltreffen in Wien haben wir weitreichende Entscheidungen getroffen, und auch von diesen Tagen hier in Straßburg werden wichtige Impulse ausgehen. Ich nenne beispielsweise die bevorstehende Einrichtung des ständigen Gerichtshofes für Menschenrechte. Dies ist ein enorm wichtiger Schritt für eine weitergehende Verbesserung des europäischen Menschenrechtsschutzes. Wenn man einen Moment innehält und überlegt, ob einer von uns in diesem Kreis vor zehn Jahren an eine solche Entwicklung geglaubt hätte, dann sieht man erst, daß wir entgegen allen Pessimismus, der in Europa umgeht, einen gewaltigen, positiven Schritt nach vorne gemacht haben.

Ich nenne die Initiative des Europarates zur Bekämpfung von Rassismus und von Fremdenfeindlichkeit, das Rahmenabkommen zum Schutz nationaler Minderheiten, das bald in Kraft tritt.

Die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten müssen jetzt wirksam angewandt werden, sozusagen vom Text der Verträge umgeformt werden in das Leben der Menschen, damit Menschenrechte und Demokratie als Grundprinzipien unseres Zusammenlebens in Europa auf Dauer gesichert sind. Dabei sollten wir auch weiterhin, und ich halte das für wichtig, auf eine möglichst enge Koordinierung mit der Europäischen Union und der OSZE achten. Nur gemeinsam können wir der Herausforderung unserer Tage begegnen.

Die jüngsten Ereignisse in diesen letzten Monaten, wie Albanien, und manche Erfahrungen früher in Jugoslawien zeigen, daß der gemeinsame Einsatz für Menschenrechte und für Stabilität nötiger ist denn je.